Die Schauspielerin und Autorin Diana Amft hat mit ihrer Erfolgsreihe „Die kleine Spinne Widerlich” eine ganz eigene Welt kreiert, deren Narrativ dazu dient, die Angst vor Spinnen zu verlieren und in verschiedene, liebevoll beschriebene und illustrierte Geschichten einzutauchen. Am 29. März liest sie live im AEZ – und alle sind willkommen.
„Die kleine Spinne Widerlich” wird von vielen Kindern geliebt. Was macht die Figur in Ihren Augen so besonders?
Diana Amft: Es war mir wichtig, dass die kleine Spinne eher wie ein Kuscheltier wirkt, als etwas, wovor man Angst haben müsste. Sie soll Groß und Klein helfen, die Angst oder den Ekel vor Spinnen zu verlieren. Die Spinne lebt ganz unschuldig im Wald vor sich hin und kann sich gar nicht vorstellen, dass irgendwer sie widerlich finden könnte. Oftmals hat man Angst vor Dingen, die man nicht kennt und nicht versteht. Genau diese Dinge sollte man mal versuchen von der positiven Seite zu betrachten.
Dinge auch mal „von der anderen Seite betrachten“ – warum ist diese Perspektive gerade für Kinder so wichtig?
Damit Kinder die Angst verlieren und leichter leben. Ich finde, man kann in fast allem versuchen, das Positive zu sehen. Bei Spinnen ist es z. B. sehr faszinierend, wie elegant sie mit ihren acht Beinen laufen können, ohne darüber zu stolpern. Und wenn ihre selbstgebauten Spinnennetze so faszinierend im Morgentau glitzern, könnte man es auch als ein Wunderwerk der Natur betrachten – und schon sieht man eine Spinne mit anderen Augen.
Wie entstand die Idee der Bücherreihe?
Ich hatte selbst Angst vor Spinnen und habe mich gefragt, wieso eigentlich. Dann gab es eine Situation, in der ich mit einer Spinne konfrontiert wurde. Ich habe sie beobachtet, ihr einen Namen gegeben und mir vorgestellt, wo sie wohl wohnt und dass sie sich sicher nur verlaufen hat – und plötzlich war sie da: die Geschichte der kleinen Spinne und ihrer Welt. Das war dann auch die erste Geschichte, mit der ich mich getraut habe, loszuziehen. Vielleicht sollte ich diese Einstellung auch mal auf meine angefangenen Romane übertragen, dann wird das auch nochmal etwas (lacht).
Sie sind vielen auch als Schauspielerin bekannt – was reizt Sie am Schreiben im Vergleich zur Schauspielerei?
Dass man überall, egal wo man ist, schreiben kann. Begonnen habe ich mit dem Schreiben, weil ich die Zeit zwischen den Filmprojekten sinnvoll nutzen und meine Kreativität weiter ausleben wollte. Und dann hat es sich so entwickelt, dass es erfolgreich wurde und ich damit weitermachen durfte. Und es berührt mich nach wie vor, wenn ich sehe, dass ein Kind mein Buch in der Hand hält und die Figuren kennt. Dass ich da eine kleine eigene Welt zum Leben erwecken durfte, ist das größte Geschenk.
Inzwischen gibt es sogar ein Liederalbum und eine Kindergarten-Kollektion der „kleinen Spinne Widerlich“ – wie fühlt es sich an, wenn die eigene Figur so „lebendig“ wird?
Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass die renommierte und für Qualität stehende Marke Sigikid Kuscheltiere und eine Kindergarten-Kollektion hervorgebracht hat. Das ist wirklich so schön, dass ich es manchmal selbst kaum glauben kann. Natürlich macht es mich auch sehr stolz, dass die kleine Spinne und alle, die daran beteiligt sind, dies geschafft haben. Sie ist mittlerweile auch in über 15 Sprachen übersetzt worden. Auch die Kinderlieder sind etwas ganz Großes für mich. Ich durfte sie in Zusammenarbeit mit Edel Kids und Summerfield Records umsetzen. Sie sind nicht nur kleine Ohrwürmer, sondern haben auch unfassbar viel Spaß beim Einsingen gebracht.
Am 29. März lesen Sie live im Alstertal-Einkaufszentrum – was erwartet die kleinen und großen Besucher*innen?
Ein kleiner Einblick in die Welt der kleinen Spinne. Die Bücher sind ja in erster Linie für das jüngere Publikum gedacht, somit sind es auch relativ kurze Geschichten – aber man erfährt, wer die Spinne und ihre Freunde sind. ho
29. März, 14 bis 15 Uhr
Diana Amft, Live-Lesung „Die kleine Spinne Widerlich“ im AEZ

Aufmacherbild: © Mike Gamio


