Gisèle Pelicot veröffentlicht Memoiren „Eine Hymne an das Leben“

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Thalia präsentierte kürzlich eine außergewöhnliche Deutschlandpremiere in der Laeiszhalle: Gisèle Pelicot, die mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit Millionen von Menschen weltweit bewegt hat, kam anlässlich ihrer erschienenen Memoiren „Eine Hymne an das Leben” zu einem exklusiven Gespräch nach Deutschland.

Im Jahr 2024 inspirierte und bewegte Gisèle Pelicot mit ihrem bemerkenswerten Mut und ihrer Würde Millionen von Menschen, als sie sich entschloss, auf das Recht auf Anonymität zu verzichten. Den Rechtsstreit gegen ihren Ex-Ehemann und 50 weitere Männer, die der sexuellen Übergriffe gegen sie beschuldigt wurden, wollte sie nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen, wie es ihr zugestanden hätte. Gisèle Pelicots Appell „Die Scham muss die Seite wechseln“ hat eine außergewöhnliche Resonanz ausgelöst und Menschen auf der ganzen Welt bewegt. In ihren Memoiren „Eine Hymne an das Leben“, die zeitgleich mit der französischen Originalausgabe am 17. Februar auf Deutsch im Piper Verlag veröffentlicht wurden, berichtet Gisèle Pelicot nun in eigenen Worten über ihr Leben. Sie spendet Frauen weltweit Trost und Hoffnung und trägt zur Veränderung des Diskurses über Scham bei.

„Eine Hymne an das Leben – Die Scham muss die Seite wechseln”, Gisèle Pelicot, Piper Verlag, Hardcover, 256 Seiten, 25 €

Bei der Deutschlandpremiere ihres Buches in Hamburg hat Gisèle Pelicot mit Sandra Kegel, verantwortliche Redakteurin im Feuilleton der F.A.Z., und Michaela Wiegel, Korrespondentin der F.A.Z. in Frankreich, darüber gesprochen, wie sie anderen Menschen Mut machen und neue Kraft schenken möchte. Das Gespräch wurde eindrücklich von Passagen aus ihrem Buch begleitet. Diese wurden von Schauspielerin Maria Furtwängler gelesen. Furtwängler selbst engagiert sich seit Jahren im Rahmen der von ihr und ihrer Tochter gegründeten MaLisa Stiftung international gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Mitfühlend und doch empowered wirkten die Gäste im Saal. Dass Gisèle Pelicot mit einem so kraftvollen Optimismus ein so schmerzvolles Erleben mit dem Publikum teilt, war beeindruckend. Genauso wie ihre Worte: „Zweifeln Sie nicht, ziehen Sie sich nicht zurück, verlieren Sie nicht das Vertrauen. Man ist unglaublich einsam als Opfer. Doch es gibt Menschen, die zuhören. Ich habe mit meinem Arzt gesprochen, mit meinem Psychologen, mit meiner Familie. Das hilft. Und ich habe mich getraut, erneut zu lieben. Man muss sich erlauben, glücklich zu sein. Ich hatte das Glück, mich wieder zu verlieben, obwohl ich mir das nicht habe vorstellen können. Das ist auch eine Botschaft der Hoffnung. Wenn alles verloren scheint und man glaubt, dass einem nichts Gutes mehr geschehen kann, dann sage ich: Doch – das ist möglich! Mit 73 Jahren bin ich eine geliebte Frau und ich danke dem Universum und dem Leben. Zweifeln Sie nie an Ihrem Glück, niemals!”

Sandra Kegel und Gisèle Pelicot (r.) © Nils Rohde
Maria Furtwängler © Nils Rohde

Aufmacherbild: © Pascal Ito