100 Jahre GEDOK im MK&G

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Mit der Ausstellung „Künste · Frauen · Netzwerk – 100 Jahre GEDOK“ feiert das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) gemeinsam mit der GEDOK das 100-jährige Bestehen des größten deutsch-österreichischen Künstlerinnenverbands. Vom 30. Januar bis 29. März werden 15 ausgewählte Positionen der Bildenden und Angewandten Kunst präsentiert, die die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen innerhalb der Gemeinschaft sichtbar machen. 

Ergänzt wird die Gruppenausstellung durch einen Film über die Kunstmäzenin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel, die 1926 die GEDOK in Hamburg gründete. Mit ihrer visionären Idee, künstlerisch tätige Frauen zu fördern und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, legte sie den Grundstein für eine bis heute aktive und europaweit bedeutende Künstlerinnen-Community. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Frauen im Kunstbetrieb noch deutlich benachteiligt: Akademien öffneten sich nur zögerlich für Studentinnen, Ausstellungs- und Fördermöglichkeiten blieben meist Männern vorbehalten. Mit der GEDOK schuf Dehmel ein einzigartiges Netzwerk, das Künstlerinnen Sichtbarkeit und Unterstützung bot. 

Die in der Ausstellung gezeigten zeitgenössischen Künstlerinnen und Designerinnen arbeiten in verschiedenen Medien und repräsentieren damit die Vielfalt der in der GEDOK vertretenen Gestaltungsdisziplinen – von Malerei über Grafik, Video, Keramik, Textil und Schmuck.


EKATERINA EZHKOVA Maria, 2022
Tempera, Aquarell auf Stoff 100x100cm
© Ekaterina Ezhkova

CORINNA BERNSHAUS Armour of an Artist, 2025 Porzellanscherben 60x120x55cm
© Corinna Bernshaus

Die Auswahl von Künstlerinnen zeigt exemplarisch künstlerische Strategien, die eine vielfältige, interdisziplinäre Generation der Gegenwart mit zentralen Themen wie Nachhaltigkeit, Körperbilder und gesellschaftliche Auseinandersetzung prägen. Filigrane Materialarbeit verbunden mit sozialem Engagement eröffnet neue Perspektiven auf Vergänglichkeit und Stärke, immersive Installationen schaffen sinnliche Erfahrungsräume, eine feinsinnige Bildsprache lotet Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur aus und lädt zu einer tiefgehenden Umweltreflexion ein.


HENRIKE ALTES
Fetus, aus der Serie „Born Again“, 2023 Stoff, Stickgarn, Garn, Fimo (Polymer-Ton) Foto: Mitch van Schijndel
© Henrike Altes

MINYA DIEZ-DÜHRKOOP
Bildnis Ida Dehmel, 1908–1910,
H. 22,5 cm B. 16,4 cm
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Die 15 in der Ausstellung gezeigten Positionen wurden in einem dreistufigen Juryverfahren bestimmt. Zunächst konnten die Regionalgruppen der GEDOK jeweils bis zu vier Künstlerinnen vorschlagen oder auswählen. Die Endauswahl traf eine prominent besetzte Jury von Fachexpert*innen. Dieses Verfahren sicherte eine faire Repräsentanz aller Regionalgruppen und entspricht damit auch der demokratisch organisierten Vereinsstruktur.

Mitglieder der Auswahlgremiums für die Ausstellung:
Prof. Tulga Beyerle, Direktorin des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Béatrice Portoff, Präsidentin des Bundesverbands Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden (GEDOK) e.V., Anna Resei, Designerin, Prof. Dr. Beate Söntgen, Professorin für Kunstgeschichte, Leuphana Universität Lüneburg, Vera Fengler, Redakteurin, Hamburger Abendblatt

Teilnehmende Künstlerinnen
Henrike Altes, Corinna Bernshaus, Renata Brink, Karin Camara, Claudia A. Cruz, Ekaterina Ezhkova, Carola Faller-Barris, Simone Fezer, Iris Hoppe, Eugenia Jäger, Nina Annabell Märkl, Ingrid Mohr, Simone ten Hompel, Astrid Weichelt, Soomee Yu

Mehr Infos HIER

Aufmacherbild: EUGENIA JÄGER o. T., 2025 Siebdruck, Papier 100x70cm / © Eugenia Jäger