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Mittwoch, 29 Mai 2024
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    StartLifestyleKunst & KulturÜber Träume und Realitäten

    Über Träume und Realitäten

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    Wir sprachen mit Katharina Abt über das Stück „Der einsame Weg“, das gerade im Ernst Deutsch Theater auf der Uhlenhorst läuft und über ihren ganz eigenen, inspirierenden Lebensweg.

    Hamburg Woman: In dem Stück geht es um Freund*innen, die in ihrem Streben nach Selbstverwirklichung verbunden waren. Nach Jahren begegnen sie sich wieder und blicken der harten Realität ins Auge. Kennen Sie dieses Streben nach freier Entfaltung von sich selbst auch oder halten Sie lieber an alten Mustern fest?
    Katharina Abt: Ich glaube, man weicht mit steigendem Alter doch sehr stark von alten Verhaltensmustern ab. Zumindest hoffe ich das. Das Leben bedeutet für mich, stetig zu wachsen. Ich denke, ich möchte gerne zunehmend gelassener und freundlicher werden – da wäre es ja schade, wenn ich an alten Mustern festklebe.

    Wie haben Sie sich Ihre Zukunft vor 20 Jahren denn vorgestellt und wie stark weicht Ihr damaliger Lebensentwurf von Ihrer heutigen Realität ab?
    Ich dachte immer, im Jahr 2000, also mit 33 Jahren, wäre ich bestimmt angekommen im „richtigen Erwachsenenleben”. Doch an diesem Punkt bin ich bis heute nicht! Der Unterschied zu damals ist jedoch: Heute freue ich mich darüber, nicht anzukommen und dass ich lieber den gegenwärtigen Moment genieße. So bleibe ich „im Flow“.

    Wie fühlen Sie sich in der Rolle der Irene Herms? Und welchen Herausforderungen müssen Sie sich stellen?
    Ich bin absolut begeistert von unserem Regisseur Antoine Uitdehaag, der ein erfahrener alter Hase ist. Außerdem ist mein Lieblingskollege Christian Nickel dabei. Da wird jede Probe zur Freude. Gemeinsam die Szenen zu erarbeiten und – trotz der Tragik des Stückes – viel zusammen zu lachen und albern zu sein, ist herrlich.

    Worin liegt die wichtigste Botschaft des Stückes? Was nehmen Sie selbst aus der Geschichte mit?
    Die Botschaft sollte jeder individuell selbst greifen und mitnehmen. Auf alle Fälle ergreift einen die Vereinzelung der Figuren. Warum und wie diese es nicht schaffen, zueinander zu finden. Es ist ein wirklich modernes Stück.

    Im Stück geht es unter anderem um negative Veränderungen, die durch persönliche Unzufriedenheiten ausgelöst werden. Wie schützen Sie sich selbst davor? Was sind Ihre Tools, um sich nicht zu verlieren?
    Abgesehen davon, dass ich versuche, die Ursache für die Unzufriedenheit zu beseitigen, habe ich ganz unterschiedliche Strategien. Darunter sind „vernünftige” Methoden, wie Meditation oder Sport, aber auch „unvernünftige”, wie eine Freundin anrufen und über die Situation schimpfen und lästern.

    Katharina Abt © Saskia Allers

    Was bedeutet für Sie „vollkommene Zufriedenheit”?
    Das eigene Glück zu begreifen. Mir vor Augen zu halten, wie privilegiert ich bin: Ich lebe in einem Wohlstandsland und habe seit Geburt einen deutschen Pass. Ich musste nicht durch halb Afrika und das Mittelmeer flüchten wie meine eritreischen Nachhilfeschülerinnen Tigsti und Twen, um ein sicheres Leben führen zu können.

    Ein Thema ist außerdem der Blick der Kinder auf die Elterngeneration. Bemerken Sie in der GEN Z progressive Verbesserungen im Vergleich zu damals?
    Definitiv. Der absolute Gamechanger war meiner Meinung nach die #metoo Bewegung. Es ist schön zu sehen, wie kraftvoll und selbstbewusst junge Frauen heute für sich selbst sowie für ihre Werte und Rechte einstehen. Das beobachte ich mit großer Freude.

    Seit 2022 unterrichten Sie junge Schauspieler*innen an der Schule für Schauspiel Hamburg. Was begeistert Sie an dieser Arbeit?
    Ich vergesse die Zeit beim Unterrichten. Jeder einzelne Studierende begeistert mich. Zu beobachten, wie sie anbeißen und an einer Rolle wachsen, ist wunderbar. Ich liebe es aber auch, wenn es nicht gleich glatt läuft.

    Und welche Rolle möchten Sie unbedingt mal spielen?
    Die Arkadina aus „Die Möwe“ von Tschechov.                       
    Hanna Odenwald

    „Der einsame Weg“ von Arthur Schnitzler, bis 31. Mai im Ernst Deutsch Theater. Mehr Infos zum Stück HIER.

    Wir verlosen 3 x 2 Karten für den 21. Mai um 19:30 Uhr. Schreiben Sie einfach an redaktion@alster-net.de, um teilzunehmen.

    Teilnahmebedingungen: Die Teilnahme erfolgt über die an uns gemailte E-Mail. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Mitarbeitende des Magazin Verlag Hamburg und von falkemedia sind an dem Gewinnspiel ausgeschlossen. Der/Die Gewinner:in wird per Zufallsprinzip ermittelt und per E-Mail benachrichtigt. Das Gewinnspiel endet am 10.05.24, um 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung nicht möglich.

    Aufmacherbild: © Oliver Fantitsch