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Mittwoch, 24 April 2024
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    Ein Leben voller Klang

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    Das Trio E.T.A. hat sich mit Vielseitigkeit und musikalischem Feingefühl schon einen Namen in der Kammermusikszene gemacht. Am 10. März tritt es im Sasel-Haus auf. Wir sprachen mit Violinistin Elene Meipariani über die Anfänge, Lieblingskompositionen  und Lampenfieber. 

    Sie stehen in diesem Jahr als Trio E.T.A. mit Hayk Sukiasyan und Till Hoffmann auf verschiedenen Bühnen Deutschlands. Das Leben als Solistin kennen Sie aber auch. Was ist für Sie der größte Unterschied?
    Als Solistin liegt die Verantwortung für die Interpretation meist nur in meinen Händen. Im Trio bedeutet es ständiges aufeinander Eingehen, das Experimentieren mit Ideen, die alleine nicht entstanden wären. Das Abstimmen zu dritt erfordert intensives Zuhören – nicht nur sich selbst, sondern auch den anderen. Als Solistin genieße ich eine gewisse Freiheit in der eigenen Interpretation. Diese Freiheit wollen wir aber auch gemeinsam als Ensemble auf die Bühne bringen. 

    2019 wurde das Trio E.T.A. gegründet. Wie kam es dazu? 
    Till und ich lernten uns in Hamburg durch den Tonali-Wettbewerb kennen. Nach einem Jahr, indem wir viel als Duo konzertiert haben, hatten wir den Wunsch nach einem festen Klaviertrio. Durch glückliche Umstände stießen wir online auf die beeindruckenden Aufnahmen von Hayk Sukiasyan. Seine Zusage, mit uns zu spielen, erfüllte uns mit großer Freude.

    Das Trio E.T.A.: Hayk Sukiasyan, Elene Meipariani und Till Hoffmann (v.l.). © Veronika Pinachyan

    Sie wenden sich als Trio von der Klassik bis hin zur zeitgenössischen Musik. Warum haben Sie sich dazu entschieden, sich musikalisch so breit aufzustellen? 
    Uns wurde diese Vielfalt schon in unserer Kindheit und Jugend von inspirierenden Lehrern und Lehrerinnen nahegebracht. Je nach Werk eröffnen sich unterschiedlichste Ausdrucksformen auf unseren Instrumenten. Die Suche nach nie gehörten Klangfarben und die ständige Entdeckung neuer Interpretationen in vertrauter Musik bereiten uns große Freude. Mit der Zeit haben wir auch erkannt, dass verschiedene Musikrichtungen einander bereichern. 

    Und was spielen Sie persönlich am liebsten?
    Momentan sind es Werke von Brahms und Bach. Vor drei Monaten waren es jedoch Stücke von J.Haydn und S.Prokofiev. Es gibt so viele großartige Meisterwerke, dass es schade wäre, mich festzulegen.

    Man bekommt das Gefühl, dass Sie Ihr ganzes Leben der Musik gewidmet haben. War Ihnen immer bewusst, dass Sie Ihre Leidenschaft zum Beruf machen würden?
    Durch meine Eltern, die bis zu meinem 10. Lebensjahr selbst Musik studierten, war ich immer unmittelbar dabei – im Unterricht, bei Proben und Konzerten. Der Traum, selbst Musik zu machen und später auf der Bühne zu stehen, entstand deshalb früh.

    Und haben Sie trotzdem manchmal mit Lampenfieber zu kämpfen?
    Gelegentlich vor Auftritten, aber ich empfinde es als etwas Positives. Die Musik und wie ich sie auf die Bühne bringe, bedeutet mir viel, und das spiegelt sich in der Aufregung wider. Anstatt sie loswerden zu wollen, habe ich gelernt, damit umzugehen und sie sogar positiv zu nutzen.

    Sie treten bald im Sasel-Haus auf. Was kann man erwarten?
    Die Zuhörer dürfen sich auf einen besonderen Abend freuen. Wir präsentieren ein selten gehörtes Werk von S. Rachmaninow, kontrastiert mit einem wunderschönen Trio von J. Haydn, und zum Abschluss ein Meisterwerk, das Klaviertrio Nr. 1 von J. Brahms. Wir setzen alles daran, jede geniale Facette dieses beeindruckenden Werkes für die Zuhörer und Zuhörerinnen klar erlebbar zu machen.  

    Mehr Informationen zum Auftritt und Tickets gibt es auf www.sasel-haus.de und mehr Infos zum Trio gibt es HIER.

    Aufmacherfoto: Elene Meipariani © Sophie Wolter