Familiendrama als Wendepunkt

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Im Ernst Deutsch Theater ist das Zehn-Personenstück „Am Ende Licht“ gestartet – eine Momentaufnahme einer Familie von heute in mehreren Szenen. Läuft bis zum 22. September. Mit dabei ist auch die Schauspielerin Marion Elskis aus Poppenbüttel – wir sprachen mit ihr über ihre Rolle und verlosen 3×2 Karten. 

Darum geht es:
Christine bricht im Supermarkt zusammen, während sich ihr Mann Bernhard mit zwei Frauen in einem Hotel trifft. Zur selben Zeit wacht Christines Tochter Jess neben ihrem One-Night-Stand Michael auf und beginnt, sich zu verlieben. Ihre zweite Tochter Ashe schmeißt ihren Ex-Partner Joe, den Vater ihres Kindes, raus und ihr Sohn Steven kämpft darum, dass sein Freund Andy ihn nicht verlässt. Die Momentaufnahme einer Familie von heute – Eltern, die sich fremd geworden sind, und Kinder, die auf ihrem Weg in existentielle Krisen geraten. Autor Simon Stephens erzählt Lebensgeschichten am Rande des Abgrunds und von einem unsichtbaren Band, das alles zusammenhält. 

HAMBURG WOMAN: Du spielst die Geliebte eines Mannes und holst für einen Dreier eine Ex-Freundin hinzu. Das klingt nach einer emanzipierten Figur. Stimmt das?
Marion Elskis:
Klingt so, aber … (überlegt) jein. Um sie herum ist eigentlich immer ein Geheimnis und man denkt, sie sei emanzipiert und selbstbewusst. Aber sie unterstützt wie ein Engel ihren Geliebten, den sie bewundert. Da wirkt sie wie eine typische Frau und der Mann ist selbstverständlich der Macho. Allerdings hat sie auch etwas Kluges und lebt nach dem Motto „Wenn es am schönsten ist, soll man gehen“. Sie hält nicht fest, geht eigene Wege. Insofern ist sie auch emanzipiert – sie hat beides.

Was gefällt dir an dem Stück am besten? 
Dass man alle Figuren auf der Bühne kennt, genau wie ihre alltäglichen Päckchen, von denen sie auf eine so natürliche Art und Weise erzählen, dass es einen berührt. Man muss einfach darüber lachen. Es wird so viel angesprochen… so fällt auch der Satz „Ihr müsst euch umeinander kümmern“. Den können wir uns alle mal hinter die Ohren schreiben.  

Das Stück „betrachtet die Menschheit mit Optimismus und glaubt daran, dass die hoch reaktive ‚Kernfamilie‘ nicht zwangsläufig explodieren muss“, schrieb The Guardian. Lautet die Botschaft, bleibt optimistisch und vertraut der Familie?
Es geht schon um Zusammenhalt in Familien und darum, dass man zusammenkommen soll. Aber nicht nur, schließlich sind ja fünf Personen aus der Familie und  fünf dazugekommen. Und die haben starken Einfluss auf das Handeln der fünf anderen.   

Wobei die Mutter ja weg ist, nur als Geist auftaucht.
Ja, sie ist weg, aber auch das hat natürlich Einfluss auf alle. Zum Beispiel weist es einer Person die richtige Richtung. Bei jeder Figur des Stückes wird – sei es durch eine andere Person oder durch eine Begebenheit – Licht ins Leben gebracht. Und das, obwohl ja von Schmerz und Tod die Rede ist – es ist alles drin und der Autor schafft es, trotz der Tiefe spielend eine Leichtigkeit in das Stück einzubringen, ohne oberflächlich zu sein. Trotz der ganzen Traurigkeit ist am Horizont Licht. Das ist ganz toll. 

Karten zu gewinnen!
Wir verlosen zusammen mit dem EDT 3×2 Karten für die Vorstellung am 08.09., um 19.30 Uhr. Wer zwei gewinnen möchte, sendet bis zum 04.09. eine E-Mail mit dem Stichwort Familie an redaktion@alster-net.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Infos zu Stück und Tickets auf: www.ernst-deutsch-theater.de

Foto: Marion Elskis hat vor 26 Jahren zuletzt am EDT gespielt: „Es hat sich angefühlt ‚wie nach Hause kommen‘, denn sowohl in der Maske als auch in der Rekuisite waren noch bekannte Gesichter da.“ © Jan Stapelfeldt