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Sonntag, 3 Juli 2022
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    Winterhude: Mitbenennung der Scheffelstraße nach Josephine

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    Die nach dem Schriftsteller und Dichter Joseph Victor von Scheffel benannte Straße in Winterhude soll auch die Leistungen seiner Mutter Josephine Scheffel würdigen. Das beschloss Anfang Mai der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude nach Antrag von GRÜNEN und SPD. Vorausgegangen war ein entsprechender Vorschlag einer Bürgerin.

    Josephine Scheffel (1805 – 1865) war selbst Autorin und Dichterin. Zusätzlich engagierte sie sich in vielfältiger Weise in der Frauenbewegung sowie in der Unterstützung von Arbeiterfamilien in Karlsruhe. Eine Erläuterungstafel am Straßenschild wird die Mitbenennung der Scheffelstraße deutlich machen. Wenn möglich, soll auch ein QR-Code an der Erläuterungstafel angebracht werden, über den Bürger*innen zusätzliche Informationen über die Namensgeber*innen herausfinden können.

    Simone Dietz, (GRÜNE), Mitglied im Regionalausschuss: „Der Anteil weiblicher Straßennamen liegt in Hamburg bei gerade einmal 17 Prozent. Die gesellschaftliche Leistung von bedeutenden Frauen wird bis heute viel zu wenig gewürdigt. Vor allem Künstlerinnen erfahren deutlich weniger öffentliche Anerkennung als ihre ebenfalls bedeutenden männlichen Verwandten. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit diesem Beschluss einer Bürger*innen-Eingabe folgen und damit erneut eine wichtige Frau stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.“

    Lena Otto (SPD), Mitglied im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude:
    „Die allermeisten Straßen in Hamburg sind nach Männern benannt. An bedeutende Frauen wird im öffentlichen Raum immer noch nicht ausreichend erinnert. Die Mitbenennung von Straßen nach weiblichen Verwandten ist eine gute Möglichkeit, ihre gesellschaftlichen Leistungen zu würdigen. Josephine Scheffel war neben ihrem großen sozialen Engagement Dichterin und Schriftstellerin. Es wird Zeit, dass daran erinnert wird.“

    Lena Otto (SPD) und Simone Dietz (Grüne, r.) wollen mit der Mitbenennung die Leistungen von Josephine Scheffel würdigen, der Mutter des ursprünglichen Namensgebers und Dichters Joseph Victor von Scheffel. Alle Fotos: © Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord

    Hintergrund

    Bereits seit einigen Jahren wird in Hamburg darauf geachtet, im Rahmen von Gleichstellung und geschlechtlicher Vielfalt die Anzahl der nach Frauen benannten Straßen zu erhöhen. Neben der Neubenennung besteht auch die Möglichkeit, Straßen nach bedeutenden weiblichen Verwandten des männlichen Namensgebers mitzubenennen. Damit werden auch die gesellschaftlichen Leistungen der verwandten Frauen öffentlich sichtbar gemacht.

    Im vorliegenden Fall greifen SPD und GRÜNE eine Eingabe aus letztem November auf, die unter anderem die Mitbenennung der Scheffelstraße nach Josephine Scheffel vorgeschlagen hat. In ähnlicher Weise haben GRÜNE und SPD in diesem Jahr bereits die Mitbenennung des Ruthswegs, der Stockhausenstraße und der Spohrstraße in Barmbek auf den Weg gebracht.

    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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