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Sonntag, 3 Juli 2022
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    Segel-Bundesliga startet auf der Alster

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    Segelsport der Spitzenklasse wird vom 20. bis 22. Mai auf der Hamburger Außenalster geboten. Mit einem gemeinsamen Event starten die je 18 Teams der 1. und 2. Segelbundesliga in die neue Saison 2022. Zum zehnten Mal geht es in insgesamt sechs Spieltagen um die Meisterschale der deutschen Segel-Bundesliga, um Qualifikationspunkte für die SAILING Champions League, Auf- und Abstieg.

    Zu den Topfavoriten zählen wie in den Vorjahren die Teams des Norddeutschen Regatta Verein (NRV), des Berliner Verein Seglerhaus am Wannsee (VSAW) und des Bayerischen Yacht-Club (BYC).

    „Die Liga ist mit jedem Jahr ihres Bestehens professioneller und leistungsstärker geworden“, sagt Initiator Oliver Schwall. „Das viele Training der teilnehmenden Teams hat sich auch auf die stark prosperierende J/70 Klasse ausgewirkt, die gerade in Deutschland auf sehr hohem Niveau gesegelt wird.“

    Nach seiner Einschätzung haben neben den drei genannten Top-Teams noch mindestens drei weitere Vereine eine reelle Chance auf den Titel. „Oft sind es die hervorragend eingespielten Teams kleiner Vereine, die sich aus einer Spitzenmannschaft zusammensetzen, die schon in anderen Bootsklassen sehr erfolgreichen war, die sich souverän ganz oben in der Tabelle positionieren“, analysiert Oliver Schwall. „Auch im letzten Jahr wurde die Meisterschaft erst am letzten Spieltag entschieden.“

    Bis auf die Spitzenteams sind die Übergänge zwischen 1. und 2. Liga in den letzten Jahren sehr fließend gewesen, vielen Vereinen gelang nach dem Abstieg aus der 1. Liga innerhalb einer Saison der Wiederaufstieg. „Ich freue mich besonders, dass der Hamburger Segel-Club, bei dem das erste Ligaevent der Saison 2022 stattfindet, wieder zurück in der 1. Liga ist“, sagt Oliver Schwall. „Mit Silke Basedow, die seit zehn Jahren der überwiegend männlichen Konkurrenz in der Liga Paroli bietet, hat das HSC-Team eine der wenigen Steuerfrauen der Liga.“

    Die Liga startet beim Hamburger Segel-Club (HSC), dessen Boot von Silke Basedow gesteuert wird. Eine der wenigen Steuerfrauen in der DSBL. © DBSL/Lars Wehrmann

    Titelverteidiger verzichtet auf Startplatz

    Die Crew von OneKiel-Team, die 2021 souverän ihren ersten Meistertitel ersegelte, wird ihren Titel dieses Jahr nicht verteidigen. Dem Team um Steuermann Magnus Simon war es nicht möglich, verbindlich für alle sechs Liga-Events der Saison zuzusagen. Top-Segler Magnus Simon bleibt der Liga aber dennoch erhalten und übernimmt das Steuer in der der 1. Liga für seinen Heimatverein, den Mühlenberger Segel-Club (MSC).

    Ebenfalls auf einen Startplatz in der 1. Liga verzichtete der bayerische Deutsche Touring Yacht-Club (DTYC), mit je zwei Meister und Vizemeistertiteln einer der erfolgreichsten Vereine in der zehnjährigen Geschichte der Segel-Bundesliga. „Der DTYC hat sich entschieden, aufgrund eines Generationenwechsel bei den Leistungsseglerinnen und Seglern des Vereins sein Ticket für die 1. Liga zurückzugeben und nächstes oder übernächstes Jahr wieder in den Wettbewerb einzutreten, wenn das Team mit dem hohen Niveau der Liga wieder mithalten kann“ sagt Oliver Schwall. „Anstelle der beiden Teams rückten der Bodensee Yachtclub Überlingen und der Schlei-Segel-Club in das Oberhaus der deutschen Segelvereine auf.“

    Deutsche Segel-Bundesliga wird inklusiv

    Mit der Segelabteilung des vor allem als Fußballclub weit über die Grenzen der Hansestadt bekannten FC St. Pauli geht dieses Jahr zum ersten Mal ein inklusives Team in der 2. Segel-Bundesliga an den Start. Unter den Teammitgliedern des Kiezclubs sind auch Seglerinnen und Segler mit einer Sehbehinderung, die eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass gelebte Inklusion im Segelsport auch in einem professionellen Umfeld wie der Segel-Bundesliga möglich ist.

    „Wir freuen uns sehr, dass der FC St. Pauli Vorreiter für eine diverse Segel-Bundesliga ist“ sagt Oliver Schwall. „Zukünftig wünsche ich mir, dass Menschen mit Handicaps integraler Bestandteil der Liga sind, der Frauenanteil bei 50 Prozent liegt und der Liga-Betrieb vor allem durch den Einsatz von Elektromobilität klimaneutral und somit nachhaltiger wird.“

    Eines von 18 Teams der 1. Segel-Bundesliga ist der Blankeneser Segel-Club (hier im Jahr 2021). © DSBL/Lars Wehrmann

    Deutsche Segel-Bundesliga als europäischer Vorreiter

    Zehn Jahre Segel-Bundesliga – das ist auch für Initiator Oliver Schwall, der mit seiner in Hamburg ansässigen Agentur Konzeptwerft die Spieltage der Liga organisiert, Gelegenheit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Die Liga hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der erfolgsreichsten Segelsportevents in Deutschland entwickelt. Das Konzept Club gegen Club, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, hat wie in den Ballsportarten eine immense Strahlkraft und begeistert Aktive, Zuschauer und Fans“, sagt Oliver Schwall. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Bundesliga Pate für ähnliche Liga-Formate in rund 23 anderen Ländern ist und wir mit der erfolgreichen SAILING Champions League den internationalen Top-Vereinen eine eigene Regatta der Spitzenclubs bieten können.“

    Neben dem lokalen Aspekt, bei dem sich Seglerinnen und Segler, Zuschauer, Fans und Sponsoren aktiv mit ihrem lokalen Verein identifizieren, ist allem die hohe Leistungsdichte der Bundesligamannschaften einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren des Formats. In keinem anderen Regattaformat treffen Olympioniken auf Welt- oder Europameister, athletische Jollensegler auf taktisch versierte Kielbootsegler.

    Segelnde Kunstausstellung mit Nachhaltigkeitszielen der UN

    Für besondere Aufmerksamkeit werden am Sonnabend, 21. Mai, um 16 Uhr die für die Segel-Bundesliga eingesetzten Boote vom Typ J/70 sorgen, die dann alle von dem Künstler Stefan Szczesny bemalte Segel setzen. Auf 17 verschiedenen Großsegeln hat der international renommierte Künstler die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN dargestellt. Großformatig wird der Einsatz der UN gegen Hunger und Armut, für saubere Energie und die Einhaltung der Klimaziele gezeigt. Für diese schwimmende „Kulturregatta“-, die zugleich eine Demonstration für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele ist, werden die Wettfahrten der Bundesliga unterbrochen, die Aktiven segeln in kurzen Show-Acts gegeneinander.

    „Diese Aktion, die wir als Segel-Bundesliga zusammen mit den Monheimer Kulturwerken und der Galerie Geuer und Geuer durchführen, ist eine hervorragende Gelegenheit, um den Segelsport als Plattform für eine bessere, gerechtere Welt zu nutzen“, sagt Oliver Schwall. „Daran knüpft auch unsere Kooperation mit der Initiative ‚Klar zur Wende‘ an, die sich für Klima- und Ressourcenschutz einsetzt und insbesondere für mehr Nachhaltigkeit im Sport eintritt.“ Mehr Infos zur DSBL gibt es HIER.

    Clubs der 1. Segel-Bundesliga 2022
    Bayerischer Yacht-Club

    Berliner Yacht-Club

    Blankeneser Segel-Club

    Bodensee-Yacht-Club Überlingen

    Düsseldorfer Yachtclub

    Flensburger Segel-Club

    Hamburger Segel-Club

    Joersfelder Segel-Club

    Mühlenberger Segel-Club

    Münchner Yacht-Club

    Norddeutscher Regatta Verein

    Verein Seglerhaus am Wannsee

    Schlei-Segel-Club

    Segel- und Motorboot Club Überlingen

    Seglervereinigung 1903

    Seglervereinigung Itzehoe

    Wassersport-Verein Hemelingen

    Württembergischer Yacht-Club

    Clubs der 2. Segel-Bundesliga 2022
    Akademischer Segel Verein Warnemünde

    Akademischer Segler-Verein Hamburg

    Bocholter Yachtclub

    Chiemsee Yacht Club

    Entdecker und Seefahrer Fördervereinigung

    Essener Turn- und Fechtklub

    FC St. Pauli – Segelabteilung

    Kieler Yacht-Club

    Klub am Rupenhorn

    Konstanzer Yacht Club

    Lübecker Segler-Verein von 1885

    Potsdamer Yacht Club

    Regatta-Segler Neuruppin

    Segel-Club Ville

    Segel-Club Salzgitter

    Segler-Vereinigung Wuppertal

    Westfälischer Yachtclub Delecke

    Yachtclub Möhnesee

    Aufmacherfoto: Das Boot des Wassersport-Vereins Hemelingen in der Saison 2021. © DBSL/Lars Wehrmann

    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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