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Montag, 28 November 2022
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    StartPolitik & GesellschaftWeltfrauentag 2022

    Weltfrauentag 2022

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    Break the Bias! Jedes Jahr steht der Weltfrauentag unter einem bestimmten Motto. Am diesjährigen 8. März lautet das Motto der UN „Stoppt die Voreingenommenheit“. Stereotypen und vorgefertigte Bilder und Erwartungen gegenüber Frauen und Mädchen sollen durchbrochen und dadurch mehr Gleichberechtigung erreicht werden. Unter dem Hashtag #BreaktheBias versucht die UN Aufmerksamkeit für das Motto und die Bedeutung des Weltfrauentags auf sozialen Medien zu bekommen.

    Frauen verdienen in Deutschland weniger Geld als Männer, Frauen sind seltener in Führungspositionen vertreten und Frauen werden häufiger Opfer von Gewalt: Auch 2022 gibt es am Internationalen Frauentag am 8. März noch genügend Themen, auf die die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden muss.

    Seit mehr als 100 Jahren wird weltweit am Internationalen Frauentag auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. Auch in Deutschland sind Frauen noch vielfach benachteiligt.

    Seinen Ursprung hatte der Frauentag 1908 in den USA. Von dort verbreitete sich der Gedenktag auch nach Europa. 1975 wurde er von den Vereinten Nationen als Internationaler Frauentag institutionalisiert. Von den 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen hatten Anfang 2018 lediglich 143 die Gleichstellung der Geschlechter in ihre Verfassung aufgenommen. Dabei sind Frauen und Mädchen meist stärker von Armut, Hunger und unzureichender Gesundheitsversorgung betroffen.

    Frauen verdienen oft weniger und werden öfter um ihr Recht auf Bildung gebracht.

    Seit 111 Jahren wird weltweit am 8. März auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht.

    Wie der Weltfrauentag entstanden ist

    Die Wurzeln liegen mehr als 100 Jahre zurück: 1910 beschloss die Sozialistische Internationale der Frauen in Kopenhagen, jedes Jahr mit einem Aktionstag den Kampf der Frauen für mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen voranzutreiben.

    Bereits im März 1911 gingen rund eine Million Frauen in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz auf die Straßen. Erste Forderung war das Frauenwahlrecht, das in Deutschland 1918 durchgesetzt wurde. Die Frauen kämpften zudem für kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn, niedrigere Lebensmittelpreise, eine regelmäßige Schulspeisung und legalen Schwangerschaftsabbruch.

    Vom „sozialistischen Muttertag“ zum Internationalen Frauentag

    Während des Ersten Weltkriegs und unter der NS-Diktatur war der „sozialistische“ Feiertag verboten. Die Nationalsozialisten propagierten stattdessen den Muttertag, der ihrem Frauenbild eher entsprach. Doch im Untergrund lebte der Frauentag weiter: Wer am 8. März seine rote Wäsche im Fenster auslüftete, gab damit ein politisches Statement ab.

    Nach 1945 spaltete der Kalte Krieg auch die Feier des Frauentags. Im Westen verlor er an Bedeutung, wurde dann vor allem von der Frauen- und Friedensbewegung ab Ende der 60er Jahre begangen. In der DDR entwickelte sich der 8. März zum „sozialistischen Muttertag“, an dem Kinder der Mutter Blumen oder selbst gemalte Bilder schenkten. 1977 führten die Vereinten Nationen den Weltfrauentag als offiziellen UN-Tag ein.

    Wie steht es um die Frauenrechte nach 111 Jahren?
    1911 fand der erste Weltfrauentag statt. Um Frauenrechte wurde schon zuvor und bis zum heutigen Tag gekämpft, denn Frauenrechte mussten und müssen immer gesellschaftlich erstritten werden. Bis zu einer wirklichen Gleichberechtigung ist noch einiges zu tun. Etwa beim Thema Bezahlung: In Deutschland war am 7. März Equal Pay Day. Mit einer Lohnlücke von 18 Prozent zwischen Männern und Frauen liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf dem drittletzten Platz. Der Equal Pay Day 2022 stand unter dem Motto „Equal Pay 4.0 – Gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“.

    Frauentag den ukrainischen Frauen widmen

    Stimmen werden immer lauter, den internationalen Frauentag den ukrainischen Frauen zu widmen. Dieser sinnlose Krieg hat viele Opfer – darunter auch Frauen und Kinder.

    Geben wir diesen Frauen am Internationalen Frauentag Gesicht und Stimme. Seit fast zwei Wochen erleben wir, wie Frauen gezwungen sind, ihr Heimatland zu verlassen – mit Kindern an der Hand oder auf dem Arm. Sie trauern, sie kämpfen gegen das Leid und mittlerweile an der Front, zeigen eine ungeheure Stärke, um wiederum anderen Stärke und Mut zu geben. Zugleich bangen sie um ihren Mann, den Vater oder die Söhne, Verwandte und Freunde. Der fürchterliche russische Angriffskrieg zwingt hunderttausende ukrainische Frauen und Kinder ihre Heimat zu verlassen. Frauen sind Mütter, Großmütter, Töchter, humanitäre Helferinnen, Arbeiterinnen, Bürgermeisterinnen, Kämpferinnen oder auf der Flucht. Männer, Väter, Söhne sind im Krieg.

    Kaum jemand der heutigen Generation kann sich in die Situation hineinversetzen, welche Belastungen und Sorgen sich gerade für Frauen ergeben.

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