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Montag, 15 August 2022
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    Konzerttipp: Chansons in Sasel

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    Lust auf ein bisschen Frankreichurlaub im Geiste? Die Band Oublie Loulou rund um die Poppenbüttler Sängerin Anja Treskatis kann ihn bieten. Mit poetischen Chansons rund um die Liebe. Eine Kostprobe geben die Fünf Ende März im Sasel Haus. Der Redaktion hat die Musik schon mal super gefallen. Also Daumen hoch.

    Alstertalplus: Wie sind Sie zum Chanson gekommen?
    Anja Treskatis: Ich war in der 11. Klasse ein Jahr in Frankreich. In meiner Gastfamilie lief den Großteil des Tages der Fernseher. Es war das Jahr, in dem sich der Todestag von Jacques Brel zum zehnten Mal jährte. In meiner Erinnerung lief mindestens einmal täglich ein Konzertmitschnitt von Ne me quitte pas. Ich hatte so etwas noch nie gesehen, habe Feuer gefangen und dieses Feuer brennt bis heute.

    Was macht den Reiz daran für Sie aus?

    Zum einen die feinsinnigen Texte, zum anderen die unvergleichlichen und unvergesslichen Interpreten wie Aznavour, Brel, Barbara, Ferré, Gréco, Montand, Moustaki, Piaf… Drei dieser Chanson-Ikonen habe ich mehrmals live erlebt. So großartig, so einzigartig französisch. Einer meiner Favoriten der neueren Chanson-Generation heißt Yves Jamait.

    Die Band besteht aus: Anja Treskatis (Gesang), Goran Lazarevic (Akkordeon), Dawid Zurawski (Gitarre), Sebastian Albrecht (Klarinette/Saxofon) und Thomas Prisching (Kontrabass). Konzerttipp: Ende März spielt sie ihre Chansons der Liebe im Sasel Haus. © Ilka Mamero / Oublie Loulou

    Ihre Band ist international besetzt – von Polen über Hamburg bis nach Bayern – wie haben Sie zusammengefunden?
    Das stimmt, unser Akkordeonist kommt aus Serbien, unser Gitarrist aus Polen und wir anderen drei kommen verteilt aus Deutschland. Ich bin gebürtige Hamburgerin und lebe seit eineinhalb Jahren im schönen Alstertal. Ich habe ungefähr ein Jahr gesucht, bis wir uns in dieser Besetzung gefunden haben. Wenn man zusammen französische Chansons spielen will, sollte es nicht nur musikalisch passen, sondern auch menschlich. Es ist ein Geschenk, mit so professionellen Musikern und feinen Menschen zusammen Musik zu machen.

    Sie schreiben die Texte …. auf dem Album L’autoroute du soleil geht es fast nur um Liebe… oder?
    Klar, es geht viel um die Liebe, es geht aber auch um Reisen, Aufbruch, Abschied, vor allem um Begegnungen und Begebenheiten, die das Leben reich machen. In Le bonheur est simple habe ich beispielsweise gleich drei solcher Begegnungen aus einem französischen Sommer in ein Chanson gepackt. Eine von ihnen ist ein dicker freundlicher Tomaten-Bauer. Er tauchte plötzlich vor einem winzigen Kirchhof in den einsamen und herrlich wilden Cevennes auf. Vielleicht war es die Verblüffung, hier einer Menschenseele zu begegnen, vielleicht war es die Ruhe in seiner Stimme, jedenfalls sagte er einen Satz, der hängenblieb: Mademoiselle, le bonheur est simple, l’amour bien plus compliqué. Von solchen Begegnungen und davon, wie und wo die Chansons entstanden sind, erzähle ich auf dem Konzert. Dann kommt jeder mit auf die Reise, es sprechen ja meistens sowieso nicht so viele fließend französisch.

    Hätten Sie Lust auch mal politisch zu werden? Welches politische Thema würden sie gerne mal besingen?
    Bis jetzt hatte ich keine Lust. Aber wann fängt denn politisch an? Fängt das nicht schon bei jedem Zuhause und in der Familie an? Vor ein paar Jahren saß bei unserem Konzert anlässlich der Eröffnung des Arabesques-Festivals Olaf Scholz in der ersten Reihe. Ich dachte: Ob er sich wohl jetzt gleich sehr langweilt? Nach dem Konzert kam eine Dame zu mir und hat sich bedankt und ausrichten lassen, dass es dem Bürgermeister sehr gefallen hätte. Das war auf jeden Fall eine Überraschung… Vielleicht braucht die Politik einfach ein paar mehr französische Chansons (lacht).

    Was macht das Wesen/die Seele eines Chansons aus?
    Sie gehen ganz tief und bleiben für immer. Ein französisches Chanson ist eine Geschichte oder ein Gedicht, das insbesondere durch die Authentizität des Interpreten oder der Interpretin berührt. Es kann traurig, lustig, wütend, sarkastisch, melancholisch, fröhlich, alles mögliche sein, und natürlich dreht es sich dabei vor allem um die Liebe. Aber ist das nicht das Thema, was uns alle immer wieder beschäftigt?

    Konzerttipp: Oublie Loulou im Sasel Haus, 26.03., 20 Uhr, auch als Livestream, Infos und Karten (ab 17.50€) über www.sasel-haus.de

    Infos zur Band gibt es auf www.oublieloulou.de

    Fotos: Singt vor allem über die Liebe und sorgt mit seinem musikalischen Drive für gute Laune und Urlaubsstimmung: Oublie Loulou. © Ilka Mamero / Oublie Loulou

    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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