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Samstag, 22 Januar 2022
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    Literaturhaus Hamburg zeichnet Stefanie vor Schulte aus

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    Für ihren Roman „Junge mit schwarzem Hahn“, in diesem Jahr im Diogenes Verlag erschienen, wird Stefanie vor Schulte mit dem Mara-Cassens-Preis 2021 des Literaturhauses Hamburg ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 12. Januar 2022 an der Alster statt.

    Der Mara-Cassens-Preis ist seit langem der höchstdotierte Preis für einen deutschsprachigen Debütroman. Seit 2020 ist der Preis mit 20.000 Euro dotiert. Im Gedenken an die 2015 verstorbene Förderin Mara Cassens soll der Preis Autorinnen und Autoren eine Chance bieten, sich nach dem ersten Roman für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen. Preisträgerinnen und -träger der letzten Jahre sind Ronya Othmann (2020), Emanuel Maeß (2019) und Anja Kampmann (2018).

    Der Mara-Cassens-Preis wird als einziger Preis deutschlandweit von einer ehrenamtlichen Leserjury vergeben. 15 Mitglieder des Literaturhaus-Vereins lasen in ihrer Freizeit die 65 eingereichten Debütromane. Nach der Vorauswahl der Jury standen 11 Titel bei der finalen Sitzung zur Diskussion.

    In der der Jurybegründung heißt es: »Mit einer klaren und bildhaften Sprache, schafft es die Autorin, Vergangenheit und Gegenwart in einem zu bündeln, ohne sich in tagespolitische Aussagen zu verlieren. In einem Changieren zwischen Fiktion und Wirklichkeit lässt vor Schulte durch die Hinzunahme surrealer Elemente die Geschichte zu einem märchenhaften bis dystopischen Roman heranwachsen. Mit einem großen Bewusstsein für Sprache werden grausame sowie zärtliche Erlebnisse der Roman-Figuren beschrieben, die die Leserinnen und Leser sowohl bestürzen als auch beglücken. Durch geschickte Brechungen holt vor Schulte die Leser aus dem blanken Entsetzen wieder in die Gegenwart und zieht die Leser so in ihren Bann.

    ‚Junge mit schwarzem Hahn‘ ist eine faszinierende, mitreißende Geschichte, die voller poetischer Kraft steckt und mittels einer auf das Wesentliche reduzierten Sprache Bilder erzeugt, die das Buch zum besten Romandebüt des Jahres machen.“

    Die Verleihung des Mara-Cassens-Preises wird am 12. Januar 2022 im Literaturhaus stattfinden. Ein Livestream wird ebenfalls angeboten. Stefanie vor Schulte liest aus ihrem Roman; Dr. Rose-Maria Gropp wird die Laudatio halten, Dr. Carsten Brosda – Präses der Behörde für Kultur und Medien – spricht ein Grußwort.

    Aufmacherfoto: Stefanie vor Schulte, 1974 in Hannover geboren, ist studierte Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Marburg. Foto: Gene Glover / Diogenes Verlag

    Zum Buch:

    Eine Geschichte über eine nur scheinbar längst vergangene Zeit voll Aberglauben und Tyrannei.

    Debütautorin: Stfeanie vor Schulte erzählt in ihrem Roman hochliterarisch von einemJungen mit reinem Herzen, der sich aufmacht, Hoffnung zu suchen.

    »Zuerst gab es nur dieses Bild eines Jungen, der nichts weiter besitzt als ein struppiges, wenig anschmiegsames Tier. In welcher Welt könnten diese beiden nun beweisen, dass es gilt, sich unablässig dem Schlechten entgegenzustemmen? Je lichter mir das Kind erschien, umso dunkler musste seine Umgebung sein.« Stefanie vor Schulte in einem Diogenes Interview.

    Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist, und halten das Tier für den Teufel. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er. Ein Buch wie aus der Zeit gefallen über einen Jungen, der zeigt, dass man mit Vernunft und Mut die Welt verändern kann. (Quelle: Diogenes Verlag)

    Stfeanie vor Schulte, Der Junge mit dem schwarzen Hahn, Diogenes Verlag, erschienen am 25. August 2021, Hardcover Leinen, 224 Seiten, 22 Euro

    Kai Wehl
    Chefredakteur von Alster und Alstertal Magazin
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