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Mittwoch, 1 Dezember 2021
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    StartPeople„Geht nicht, gibt es nicht!“

    „Geht nicht, gibt es nicht!“

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    Die Winterhuderin Annie Wojczewski engagiert sich seit nun schon 27 Jahren im Verein DEWI SARASWATI, der sich für die Ausbildung chancenarmer Kinder in Indien einsetzt. Kürzlich wurde Sie für ihr Engagement ausgezeichnet. 

    Annie Wojczewski ist eine von sechs Preisträgerinnen der Goldenen Bild der Frau 2020. Die Auszeichnung wird seit 2006 vergeben. Jede Preisträgerin erhält 10.000 Euro. Der Preis wird an Frauen vergeben, die ohne viel Aufhebens Großartiges leisten.

    Seit 1994 ist Annie Wojczewski im Vorstand des Vereins und konnte das Projekt auf dem Papier beim Wachsen zusehen. Als sie schließlich 2009 das erste Mal das Kinderdorf in Indien besucht, ist dies der ausschlaggebende Punkt für ihr Engagement. Seitdem reist sie einmal im Jahr für drei Wochen nach Indien, um sich vor Ort  ein Bild zu machen. In dieser Zeit hat Annie Wojczewski viel Organisatorisches zu erledigen. Dazu gehören Gespräche mit der Leitung zu führen, Rechnungen anzuschauen, ob das Spendengeld für Projekte und Anschaffungen ausgegeben wurde, für das es bestimmt war, und vor allem, wie es den Kindern geht. „Zuerst mache ich einen Rundgang. Danach gibt es ein Begrüßungsfest und Gespräche mit den Angestellten.

    Ein Klassenzimmer im Kinderdorf. Hier erhalten die Kinder eine gute Ausbildung.

    Es rührt mich jedes Mal zu Tränen, wenn ich die Kinder nach einem Jahr wiedersehe.“ Um die 500 benachteiligte Kinder, vorrangig Mädchen, aus sozial schwachen Familien haben in dem Kinderdorf in Chingleput, Tamil Nadu, ein Zuhause gefunden. Davon leben 100 im Kinderdorf und weitere 400 kommen täglich in die Schule. Hier haben sie einen sicheren Ort, wo sie eine gute Ausbildung in Verbindung mit ausreichender Ernährung bekommen, damit sie die Chance haben, ein selbstständiges Leben zu führen. Doch oft bedarf es großer Überzeugungsarbeit. „Die Kinder müssen mitarbeiten, um die Familie zu unterstützen. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe geben, für ein selbstbestimmtes Leben. Dafür ist eine gute Ausbildung sehr wichtig.“ Die Kinder besuchen die Schule von der ersten bis zur zehnten Klasse. Danach müssen sie eine staatliche Schule besuchen.

    Annie Wojczewski hat einen großen Wunsch: „ Es gibt noch einen Leserpreis, der mit 30.000 Euro dotiert ist, zu gewinnen. Mit dem Geld könnten wir die Klassen elf und zwölf in das Schulsystem integrieren. Mein Traum ist es, dass die Kinder im Kinderdorf durchgängig von Klasse eins bis zwölf die Schule besuchen können. Die Kapazitäten sind vorhanden.“ Das Kinderdorf  ist auch Selbstversorger. Neben einer Molkerei gibt es ein großes Reisfeld. Außerdem wird Obst angebaut. Sogar eine eigene Fußballmannschaft gibt es. „Wir möchten ein Verein zum Anfassen sein, wo jeder anrufen kann. 95 Prozent  der Spendengelder kommen in Indien an“. Alle Mitglieder des deutschen Vereins arbeiten ehrenamtlich. „ Das ganze Projekt ist nur machbar mit Vertrauensvollen Partnern, die vor Ort sind.“ Der Verein vergibt auch Kleinkredite an Frauen. „Der Abschied fällt mir jedes Mal schwer. Ich nehme immer viel mit aus Indien, wenn ich wieder zurück nach Deutschland fliege. Dazu gehört, sich wieder auf die Dinge zu besinnen, die wirklich wichtig sind und Achtsam zu sein. Dankbarkeit.“ Wenn Sie noch mehr über den Verein und das Kinderdorf erfahren möchten, können Sie dies ausführlich auf der Homepage www.dewi-saraswati.de. Weitere Informationen zum Leserpreis der Goldenen Bild der Frau finden sie unter www.goldenebildderfrau.de.

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