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Donnerstag, 22 April 2021
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    Start People Wieviel Frauenquote brauchen wir?

    Wieviel Frauenquote brauchen wir?

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    Podcast mit der Lemsahlerin Kristina Tröger

    Sie ist eine vielseitige Frau. Unternehmerin, CeU-Präsidentin und Netzwerkerin. Was beschäftigt sie derzeit am stärksten? Wie wichtig sind gemischte Teams? Was ist von der Frauenquote zu halten? Darüber sprach Wolfgang E. Buss mit der Business-Frau in einem Podcast der Reihe AlsterCast.

    „Wir leben im 21. Jahrhundert und haben noch immer ein Ungleichgewicht bei Frauen in der Gesellschaft. Insbesondere bei DAX-Vorständen wird das deutlich.“ Kristina Tröger findet klare Worte. Viele Frauen erlebten das nicht so stark. So herrschen zum Beispiel in Berufen wie Lehrerinnen oder Krankenhauspersonal sehr ausgeglichene Geschlechteranteile, in denen es keiner Quote bedarf. Deshalb sind Frauen in mittleren Hierarchien oft gegen die Quote. Dort ist sie nicht wichtig. Je höher allerdings die Positionen in Konzernen werden, desto deutlicher wird sichtbar: Hier haben fast nur noch immer Männer das Sagen. Doch warum ist das so? Die CeU-Präsidentin hat da Erklärungen: Männer ziehen immer Männer nach! Und, das ergänzt sie deutlich: Wir müssen den Frauen sagen: Zieht Frauen nach, wenn ihr in guten Positionen seid.     

    Frauen würden viel mehr hinterfragen, so Tröger. Am Beispiel Aufsichtsrat macht sie es deutlich: Wenn ein Mann angerufen wird, ob er einen Aufsichtsrats-Posten annehmen möchte, sagt der sofort: ja! Eine Frau fragt zunächst nach, was ist denn das, was gibt es zu tun, was genau sind meine Aufgaben?

    Das Engagement für die Frauen in Unternehmensführungen, warum ist das immer noch so wichtig? Dazu gibt es viele Erklärungen, auch wissenschaftliche. Es habe auch mit der Kinderbetreuung und dem Schulsystem zu tun, besonders bei Alleinerziehenden könne es zu einer Überforderung durch die Doppelbelastung kommen.

    Wollen Frauen sich nicht in das Hauen und Stechen begeben? In die Kämpfe in den Konzernspitzen, mit 16-Stunden-Tagen? Dabei seien gemischte Teams, laut der CeU-Präsidentin, das Beste. Und Frauen müssen Frauen nach ziehen.

    Tröger spricht sich deutlich für gemischte Teams aus. Nicht für reine Frauen-Teams. Sie seinen wissenschaftlich belegt das erfolgreichere Modell. Sie sind effizienter und haben die besten Ergebnisse im Ertrag. Doch die Konzernspitzen sind oft verkrustet, und was Deutschland angeht, nicht immer flexibel, in Chance-Prozessen oft unterlegen. Es steht die Frage im Raum, hätten wohl Frauen den millionenfachen Abgas-Manipulationen bei VW zugestimmt oder einen anderen Weg beschritten?

    Die zwei wichtigsten Positionen in Europa sind mit Frauen besetzt: Angela Merkel als Kanzlerin der größten europäischen Volkswirtschaft und Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission. Doch Kritiker und Zeitgeschichtler stellen insbesondere Merkel ein bitter schlechtes Zeugnis aus: Nie war die deutsche Gesellschaft so tief gespalten in der Nachkriegsära wie unter Merkel. Und nie konnte eine AfD mit sagenhaften 20 % zur stärksten Opposition im Deutschen Bundestag werden, ein Ausdruck der Abspaltung großer Gesellschaftsgruppen, die sich angewidert von der Merkel-Politik abgewandt haben. Verbindend war da nichts! Man könne nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, so Tröger. Einzelne Frauen, wie Merkel, sind nicht typisch für femininen Führungsstil. Auch eine Frau könne zum Machtmenschen werden, und ausgleichende Elemente in den Hintergrund geraten. Mit „typisch Frau“ ist nicht alles zu beantworten. Auch bedeutende Klima-Ikonen – Greta Thunberg und Luisa Neubauer – sind weiblich. Mit ihnen führen zwei junge Frauen die Bewegung. Doch auch Thunberg spaltet die Gesellschaft tief. Mit ihren Beschimpfungen während des Auftritts in der UNO („How dare you?“) behauptete sie, man habe ihr die Zukunft genommen. Kritiker werfen ihr vor, kein Verhältnis zur Realität zu haben. Schließlich lebe sie in einer Welt mit der geringsten Kindersterblichkeit, den meisten Frauenrechten, den wenigsten Hungertoten weltweit, die es je gab. Auch hier reicht Weiblichkeit alleine nicht.

    Wie sieht Kristina Tröger die zunehmend eingeschränkte Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft? „Im vergangenen Jahr gab es einen großen Artikel in der ZEIT, nach der 70 Prozent der Bundesbürger ihre Meinung nicht mehr frei sagen wollen“, so Tröger, und das sei beängstigend! Ein Familienvater mit Kindern wird sich in seinem Unternehmen nicht mehr offen zur illegalen Migration äußern – aus Angst, den Job zu verlieren. Aktuell können wir nicht einmal mehr einfach auf die Straße gehen – wegen Corona. „Für mich war die Freiheit immer das Wichtigste in unserer Gesellschaft. Doch was wird aus diesem Land?“, fügt sie hinzu. Mut und Courage fehlen auch in vielen deutschen Medien. Man muss schon genau suchen, guten Journalismus zu finden.

    „Wie wird es nach Corona weiter gehen?“, fragt sie sich. „Werden wir uns je wieder so unbeschwert – auch in Gesellschaft – küssen können, wie wir das einst getan haben?“

    Welche Tipps hat Kristina Tröger für Unternehmerinnen und ihre Unternehmen aktuell, um die Krise zu bewältigen? „Weiterhin mutig sein, sich selbst stärken – und sich auch um sich selbst kümmern. Und einen guten Spirit behalten. Wir Unternehmerinnen sind eine besondere Spezies und müssen unseren Weg gemeinsam und konsequent weiter gehen!“


    Kristina Tröger und der CeU

    Kristina Tröger lebt in Hamburg-Lemsahl und äußert sich zu vielen wichtigen Fragen rund um Frauen in Führung, ob als Unternehmerin oder als Managerin. Der Club europäischer Unternehmerinnen e.V. (CeU) wurde auf Initiative von Kristina Tröger am 4. Dezember 2015 in Hamburg mit 40 Unternehmerinnen gegründet.
    Alle Gründungsmitglieder waren sich einig, dass die Zeit mehr als reif war für dieses neue und moderne Netzwerk erfolgreicher Unternehmerinnen, das überparteilich und unabhängig Frauen in der Wirtschaft fördert. Mittlerweile sind weit über 700 Macherinnen im internationalen Netzwerk des Clubs vereint.
    Wir verstehen uns als „Die moderne Stimme der Unternehmerinnen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Dabei geht es erneut um die Frage, warum gibt es mehr Lehrerinnen als männliche Lehrer – aber in den Führungsebenen der Unternehmen eine Männerherrschaft. Kristina ist überzeugt, gemischte Teams wären erfolgreicher!

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    Wolfgang E. Buss
    Verleger/Publizist/Herausgeber. Alles, was noch wichtig ist über mich, findest du in meinem Wikipedia-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_E._Buss

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