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Donnerstag, 22 Oktober 2020
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    Endlich wieder spielen!

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    Der Lockdown hat Theater und Kulturschaffende hart getroffen. Jetzt geht es wieder los. Das Ohnsorg-Theater macht mit „Tussipark“ den Anfang. Mit dabei ist die Sängerin und Schauspielerin Caroline Kiesewetter aus Harvestehude.

    Jede einzelne Requisite muss in den Proben auf der Bühne desinfiziert werden und wir Schauspielerinnen müssen anderthalb Meter Abstand halten“, sagt Caroline Kiesewetter. Das sei extrem ungewohnt. „Es ist ein sehr fremdes Gefühl, weil unser Beruf ein so naher ist. Schließlich stellt man mit Menschen, die man nicht gut kennt, beim intensiven Theaterspielen eine körperliche Nähe her. Jetzt können wir uns nicht einmal richtig begrüßen und agieren ‚aus der Ferne‘. Ich hoffe, das ist nur eine Momentaufnahme und wir müssen nicht in 20 Jahren sagen, weißt du noch, 2019, damals haben wir noch normal gespielt. Danach hat sich alles geändert.“ Nach diesem Satz legt die Harvestehuderin eine kleine Pause ein, fällt aber sofort wieder in ihre fröhliche Stimmung zurück. Dazu hat sie auch allen Grund: „Endlich wieder spielen. Viele meiner Kollegen sind natürlich ein wenig neidisch. Es hat uns ja auch alle hart getroffen. Ich kenne einige, die bis Ende des Jahres nicht mehr spielen werden.“ Kiesewetter kennt das nur zu gut. Alle Konzerte der Jazzsängerin wurden gestrichen, teils sogar ersatzlos. „Abgesehen davon, dass das natürlich finanzielle Einbußen mit sich bringt, es ist ja mein Beruf, den ich gerne ausübe.“ Umso schöner für die 46-Jährige, dass sie auf der Ohnsorg-Bühne auch singen darf – „Tussipark“ ist eine hochdeutsche Karaoke-Komödie. Caroline Kiesewetter ist Pascaline, Life- & Fitnesscoach und männerverschleißende Unternehmerin. Im Stück trifft sie kurz vor Ladenschluss zufällig drei Frauen im Parkhaus eines Shoppingcenters – eine gestresste Hausfrau und Mutter, eine frisch entlassene Verkäuferin und eine Fast-Braut, die sich in ihrem Auto auf dem Frauenparkplatz verschanzt. Eine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit. „Es ist eine Mischung aus Sex and the City und Hangover. Letzteres vor allem im zweiten Teil“, sagt sie lächelnd. In dem feiern sich die Ladys mit Pommes, Alkohol und Karaoke-Songs den Frust von der Seele. „Es kommen diverse Probleme auf den Tisch, am meisten lassen wir uns über das Fremdgehen aus. Anschließend überlegen wir, was ein Mann können muss – beispielsweise kochen, Hochsteckfrisuren erstellen und handwerkern – und backen uns das perfekte Exemplar.“ Denn trotz all der Macken, so ganz ohne will frau dann doch nicht. Schon gar nicht in echt: „Eine Welt ohne Männer wäre doch Mist. Unter anderem, weil mir Gespräche mit Männern fehlen würden, die definitiv anders als mit Frauen verlaufen und andere Blickwinkel auf das Leben ermöglichen.“ Ein Klischee? Vielleicht. Um  Geschlechterklischees gehe es in dem sehr lustigen Stück übrigens gar nicht vordergründig, so Kiesewetter. Sondern darum, „dass man niemanden für das Leben, das er führt, verurteilen sollte. Denn jeder hat seinen Grund dafür und eine Entwicklung genommen. Die Kernaussage ist für mich allerdings, dass man, auch wenn man grundverschieden ist, trotzdem einen gemeinsamen Nenner finden kann. Das gefällt mir.“ Kai Wehl

    TIPP: TUSSIPARK

    Vom 16. bis zum 26. Juli und dann vom 29.12.-03.01.2021 zeigt das Ohnsorg-Theater die hochdeutsche Karaoke-Komödie „Tussipark“ mit Tanja Bahmani, Julia Holmes, Caroline Kiesewetter und Rabea Lübbe. Die vier treffen sich zufällig und machen ihrem Männerfrust Luft. Infos und Tickets ab 19,60€: www.ohnsorg.de und Tel. 040 35 08 03 21

    Trafen sich an der Alster zum Schnack: Sängerin und Schauspielerin Caroline Kiesewetter und Chefredakteur Kai Wehl

     

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